Patientenveranstaltung in Leipzig am 11.7.2006
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| "Volles Haus" bei der Patientenveranstaltung in Leipzig |
Am 11.7.2006 fand die erste von insgesamt vier Rosazea-Patientenveranstaltung 2006 der Deutschen Rosazea Hilfe e.V. statt. Trotz tropischer Hitze fanden sich über 230 Rosazea-Betroffene im Hörsaal der Universitätklinik Leipzig ein. Zum großen Erstaunen der Organisatoren waren auch viele Männer anwesend. Die männlichen Betroffenen sind ja nach Erfahrung der DRH nicht so kontaktfreudig, wenn es um die eigene Gesundheit geht. Umso besser, wenn sich auch diese Patientengruppe höchst interessiert zeigt. Pünktlich um 17:30 war her Hörsaal fast bis auf den letzten Platz besetzt. Der 1. Vorsitzende der DRH, Thomas Schwennesen, begrüßte die Anwesenden und dankte allen herzlich für ihr Kommen. Sein besonderer Dank galt dem Gastgeber, Herrn Prof. Dr. med. Jan Christoph Simon, dem Leiter der Leipziger Hautklinik, der leitenden Ärztin der Hautklinik Berlin- Spandau, Frau Dr. med. Gisela Albrecht und Frau Mandy Albert, Kosmetikerin der Leipziger Universitäts-Hautklinik. Der 1. Vorsitzende stellte die Arbeit der DRH vor und unterstrich die Notwendigkeit aller Betroffenen, sich zu informieren und zu solidarisieren. Die gemeinsame Stärke in einer Selbsthilfeorganisation kann dem Einzelnen die nötige Kraft und Ausdauer geben, mit den täglichen Schwierigkeiten einer chronischen Hauterkrankung fertig zu werden. Er betonte auch, dass Rosazea eine Hautkrankheit ist, die in die Hände des Facharztes gehört.
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| (v.l.n.r) Prof. Dr. med. Jan Christoph Simon, Dr. med. Gisela Albrecht und Thomas Schwennesen |
Das war die richtige Überleitung zu dem Vortrag von Frau Dr. Albrecht mit dem Titel: Rosazea - die unbekannte Krankheit -. Frau Dr. Albrecht stellte die möglichen Entstehungsgründe für Rosazea dar. Ferner stellte Sie auch die Krankheiten kurz vor, die ähnlich wie Rosazea verlaufen oder aussehen, aber medizinisch anders behandelt werden. z.B. die Akne oder Kontaktallergien. Hier wurde wieder deutlich, dass die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit dem Dermatologen unbedingt angezeigt ist, um den Krankheitsverlauf der Rosazea möglichst in den Griff zu bekommen und keine Unterlassungssünden oder falsche Therapieansätze zu begehen.
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| Mandy Albert bei ihrer Demonstration |
Im Anschluss referierte Prof. Dr. Simon über die Möglichkeiten, die die Patienten speziell in der Hautklinik des Uniklinikums Leipzig bei der Rosazea-Therapie haben. Hier stellte Professor Simon den Zuhörern die neueste technische Entwicklung zur Laserbehandlung und ein modern eingerichtetes Kosmetikstudio vor. Der Professor betonte auch noch einmal die absolute Notwendigkeit, die Rosazeatherapie frühzeitig durch den Hautarzt begleiten zu lassen. Eine Reihe von medizinischen Standards sind dem Dermatologen an die Hand gegeben, wie z.B. der Wirkstoff Metronidazol, der vielen Rosazea- Betroffenen als gut wirkendes Medikament in Gel- und Salbenform bekannt ist. Aber auch die Möglichkeiten des eigenen präventiven Verhaltens sollte nicht vergessen werden, wie Professor Simon weiterhin betonte.
Das war auch die Überleitung zur Hautpflege und zum Vortrag von Mandy Albert. Kosmetik und Hautpflege sind sehr wichtige Komponenten in der Rosazea-Behandlung. Sei es zum Sonnenschutz, zum täglichen Gesichtsschutz oder zum Glamour eines abendlichen Events. Gut zu wissen, wann welche Präparate das Gesicht schützen oder für makelloses Aussehen trotz chronisch kranker Gesichtshaut führen können.
Der theoretische Vortrag von Frau Albrecht wurde durch praktische Vorführungen am Mann und an der Frau beeindruckend unterstrichen.
Zahlreiche Fragen aus dem Plenum wurden anschließend noch von den Referenten beantwortet. Dabei wurde deutlich, dass viele Betroffene zwar schon einiges wissen, aber im kontrollierten Umgang mit der Rosazea immer noch viel lernen können und wollen. Dazu trägt natürlich eine Patientenveranstaltung wie in Leipzig besonders bei, da hier Information aus erster Hand vermittelt werden und viel Halbwissen und falsche Erfahrungswerte der Patienten über Bord geschmissen werden können.
Gemeinsam stark sein und viel wissen über die leider chronische und im Moment nicht heilbare Krankheit; das sind die Vorteile, die Mitglieder in der Deutschen Rosazea Hilfe e.V. gegenüber nicht organisierten Betroffenen haben.
Und gemeinsam galt auch in Leipzig - das Versteckspiel hat endgültig ein Ende!


